1000 mal Naumburg an der Saale

Feuilleton

Kunstverein in bester A-Lage

Von

Ralph Steinmeyer

Seit zwei Jahren lebt der Künstler und pensionierte Kunstlehrer Norbert Kottmann mit seiner Frau in Naumburg. Ein Glück für den Naumburger Kunstverein, der seit der großen und vielbeachteten Ausstellung 2015 „Düsseldorfer Malerschule“ im Schwurgericht seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte. Norbert hat in der Vergangenheit zweimal einen Kunstverein geleitet, zuletzt in der hessischen Kleinstadt Groß-Umstadt, wo der gebürtig aus dem Münsterland stammende Mittsechziger als Lehrer und Stadtführer tätig war.

Im Dezember bei der Vorstellung eines Werks von Timm Ulrich durch den Naumburger Sammler Dr. Felix Böcker

Für ein viertel Jahr hat die Stadt freundlicherweise dem Verein den Pop-Up-Store auf dem Markt vermietet und das Resultat kann sich wirklich sehen lassen: Jeden Monat eine Ausstellung in dem kleinen Raum und jede Woche ein neues „Kunstwerk der Woche“, das kuratiert von Birgit Wolf jeden Donnerstag eine interessierte Zuschauerschaft gefunden hat. Insgesamt 15 Veranstaltungen und ein bunter Gang durch die Kunstgeschichte mit spannenden Leihgaben, die von Naumburgern jeweils für eine Woche zur Verfügung gestellt wurden. Und nicht nur das, Norbert Kottmann versteht es an der 1000 Jahrfeier interessierte Bürger in dem kleinen Ausstellungsraum zusammen zu bringen. Neben dem 1000mal Naumburg Plenum ist momentan das vom Kunstverein bespielte Ladenlokal ein kleiner Think Tank, in dem Ideen und Themen zum Stadtjubiläum reifen.

Nur, wie geht es weiter? Das viertel Jahr ist nun herum und eigentlich wäre jemand anderes dran, den Pop-Up-Store zu bespielen. Man kann nur hoffen, dass die Stadtverwaltung und das angeschlossene Stadt-Marketing dem Kunstverein eine Verlängerung anbieten, zudem es keinen anderen Interessenten für das Ladenlokal derzeitig gibt. Einerseits als Dank für das neu erwachte Engagement aus der Bürgerschaft, aber auch als ein weiteres Investment in die Initiativen aus der Bürgerschaft. Bei klammen Stadtkassen ist das ein „Pfund“, das für das große Stadtjubiläum „wuchern“ kann und auch wird.

Auch der Autor dieses Artikels hat ein „Kunstwerk der Woche“ im vergangenen November vorgestellt

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