1000 mal Naumburg an der Saale

Feuilleton

Mit dem Stollenanstich hat Naumburgs Vorweihnachtszeit begonnen

Von

Ralph Steinmeyer

Auch nach dem Stadtjubiläum 2028 werden die Jubiläen fort gesetzt werden. Ein Jahr später ist der Naumburger Stollen dran, der 1329 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, als Bischof Heinrich von Grünberg den Naumburger Bäckern das Innungsrecht verlieh. Damit ist er älter als der Dresdner Stollen und folglich bald 700 Jahre alt.

Es ist dem Klosterhäseler Konditor Rolf Block zu verdanken, dass es ihn jedes Jahr frisch zu kaufen gibt. Auch der diesjährige Stollenanstich am 28. Oktober vor seiner Naumburger Konditorei in der Herrenstraße war ein Publikumsmagnet. Gut einhundert Zuschauer, Vertreter aus der Politik und Bürgerschaft, die Stadtwache wie auch mehrere Weinprinzessinnen waren anwesend, als Oberbürgermeister Armin Müller, wie auch seine Stellvertreterin Ute Freund den etwa ein Meter langen Stollen anschnitten. Sein Rezept unterscheidet sich von anderen Stollen, und es ist auch dem 2016 verstorbenen, ehemaligen Probst Waldemar Schewe und Gattin zu verdanken, dass sein Rezept heute mit Dinkelmehl und – ganz Naumburger Tradition – Kirschen zubereitet wird. Anstelle von Rosinen gehört an den Naumburger Stollen ein kräftiger Schluck Kirschwasser. Erhältlich ist dieser Stollen ab sofort in der Konditorei Block. Man könnte sagen, die Vorweihnachtszeit in Naumburg hat damit heute begonnen.

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